Steigender Kaffeepreis

Teurer Genuss

15.02.2019

Im Durchschnitt trinken Menschen in Deutschland drei bis vier Tassen Kaffee am Tag. Das schwarze Gold gehört hier und in vielen anderen Ländern der Welt zum Alltag. Jetzt erwarten Branchenkenner, dass der Kaffeepreis ansteigt. Aber wovon hängt eigentlich der Preis von Kaffee ab?

Schwankender Kaffeepreis

Wirtschaftsanalytiker der Commerzbank erwarten, dass der Kaffeepreis im Laufe des Jahres um bis zu 20 Prozent steigen könnte. Im Moment ist der Kaffeepreis auf dem Weltmarkt sehr niedrig, und der Preis ging in den letzten Jahren immer weiter zurück. Der nun erwartete Preisanstieg hängt sowohl mit der Erntemenge als auch mit der Währungspolitik zusammen. Allerdings ist das Stichwort bei der Prognose: Es ist eine Erwartung. Denn auf der Börse handeln Marktteilnehmer mit dem wertvollen Rohstoff. Und Rohkaffee ist ein beliebtes Spekulationsobjekt.

Der Weltmarktpreis von Kaffee ist nicht an reale Marktgeschehnisse gekoppelt. Das heißt, die Frage ist: Wie wird der Kaffeemarkt erwartet? Jetzt wird erwartet, dass die Nachfrage stärker steigt, als die Ernte abzusehen ist, die Vorräte der letzten Jahre abgeschmolzen sind und es zu einem Preisanstieg kommen könnte. – Claudia Brück, Vorstandsmitglied TransFair e.V.

Steigende Nachfrage aus Produktionsländern

Es sind hauptsächlich die Länder im globalen Süden, die Kaffee anbauen. Zum Beispiel Brasilien. Das Land ist der größte Exporteur von Kaffee weltweit. Auch die anderen Länder in Lateinamerika, Asien und Afrika exportieren Kaffeebohnen nach Europa und Nordamerika. Unternehmen in den Industrieländern verarbeiten dann die Bohne zu dem Kaffee, den wir kennen. In den Produktionsländern entecken aber auch zunehmend mehr Menschen den Kaffeegenuss.

Es kommen immer weiter kaffeetrinkende Märkte dazu, es ist nicht mehr nur der reiche Norden. – Claudia Brück

Über den steigenden Kaffeepreis hat detektor.fm-Moderator Philipp Weimar mit Claudia Brück von TransFair e. V. gesprochen.

fairtrade_claudia_brueck_bild_hanna_witteDie Kaffeeproduktion selbst ist auch gefährdet, denn der jetzt schon spürbare Klimawandel zeigt sich in der Kaffeernte.Claudia Brückist Vorstandsmitglied bei TransFair e.V.  

Redaktion: Frida Neander Rømo