Blätter-Podcast | Cum-Ex, Brasilien und Stadtentwicklung

"Katastrophale Folgen"

30.11.2018

Die Blätter widmen sich in der Dezemberausgabe unter anderem der Stadt der Zukunft, den Konsequenzen aus den Cum-Ex-Geschäften und den schwerwiegenden Folgen der Wahl Jair Bolsonaros zum brasilianischen Präsidenten.

Kampf um die Stadt

Gentrifizierung, Tourismus und steigende Mieten führen zu Verdrängung und Wohnungsnot. Wie soll die Stadt der Zukunft aussehen? Zu dieser Frage haben die Blätter im November die Democracy Lecture veranstaltet. Der Soziologe Richard Sennett plädierte in seinem Vortrag für eine radikal offene Stadt. Und diskutierte gemeinsam mit den Sozialwissenschaftlern Francesca Bria und Andrej Holm, wie diese sich umsetzen lässt.

Cum-Ex: Der unerhörte Skandal

Die Cum-Ex-Geschäfte sind der größte Steuerskandal in der Geschichte der Bundesrepublik. Und trotzdem haben sie zu wenig Aufmerksamkeit erfahren, findet der Grünen-Politiker Gerhard Schick.

Eine Gesellschaft, die sich mit den Finanzmärkten nicht beschäftigt, in der Bürgerinnen und Bürger sagen: ‚Das überlassen wir den Experten‘, ist ausbeutbar. – Gerhard Schick, Finanzexperte der Grünen

Es brauche eine zivilgesellschaftliche Organisation, die dazu arbeitet, sagt Schick weiter. Deshalb hat er eine gegründet: die Bürgerbewegung FinanzwendePolitisch brisant werden die Geschäfte auch dadurch, dass Friedrich Merz durch seine ehemalige Tätigkeit bei BlackRock zumindest in loser Verbindung zu ihnen steht. Er ist Kandidat für den CDU-Parteivorsitz und könnte damit auch der nächste Kanzlerkandidat der Union sein.

Rückkehr der Diktatur?

Die Wahl des Ex-Militärs Jair Bolsonaro zum Präsidenten Brasiliens markiert den Höhepunkt eines Rechtsrucks in Lateinamerika. Blätter-Redakteurin Anne Britt Arps warnt davor, dass Brasilien wieder zur Militärdiktatur zurückkehrt. Aber die Folgen gehen sogar über den Kontinent hinaus: Bolsonaros Politik gefährdet den globalen Klimaschutz.

Die Wahl Bolsonaros ist für den Klimaschutz katastrophal. – Anne Britt Arps, Blätter-Redakteurin

Denn er hat im Wahlkampf unter anderem versprochen, keinen Zentimeter der Reservate der indigenen Bevölkerung übrig zu lassen. Diese umfassen große Teile des Amazonas-Regenwaldes und schützen diesen bislang vor Ausbeutung und Zerstörung.

Moderation: Helena Schmidt


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