„Overtourism“

Wenn die Städte auf einmal voll sind

01.03.2019

Die Tourismusbranche boomt. Aber einige Orte sind so beliebte Reiseziele geworden, dass sich Städte nun überlegen, wie sie den Tourismus wieder eindämmen können. Venedig zum Beispiel verlangt ab sofort ein Eintrittsgeld. Wie gehen andere Städte mit Overtourism um?

Tourists, go home!

Es gibt Städte, die muss man gesehen haben. Doch auf der To-Do-Liste jedes Reisenden zu stehen, hat für viele Städte auch gravierende Nachteile: steigende Mieten, Schmutz und unzufriedene Bewohner. In den letzten Jahren hat der Begriff  „Overtourism“ die Runde gemacht.

Overtourism ist der Punkt, wenn zu viele Touristen an einem Ort sind und die Infrastruktur den Heerscharen an Menschen nicht mehr standhalten kann. – Prof. Dr. Harald Zeiss, Forscher für nachhaltigen Tourismus an der Hochschule Harz

Wann viele Reisende zu viele sind, lässt sich objektiv nicht erfassen. Doch manche Städte trifft der Ansturm besonders hart. Venedig, Barcelona und Dubrovnik beobachten seit Jahren steigende Besucherzahlen – und ziehen nun erste Konsequenzen. Doch nicht nur die altbekannten Reiseziele sehen sich damit konfrontiert.

Overtourism: Das kleine Dorf mit den vielen Touristen

Stellen Sie sich vor: Auf einen Einwohner ihrer Stadt kämen pro Jahr mehr als 1.000 Touristen. Für ein österreichisches Dorf ist das Realität. In Hallstatt leben zwar nur 800 Menschen, aber pro Tag sehen sich durchschnittlich über 2.500 Touristen diesen Ort an. Aufs Jahr gerechnet sind das fast eine Million. Auch dort überlegt sich der Gemeinderat, wie man mit der Herausforderung umgehen kann.

Unser Ziel ist Qualitätstourismus statt Massentourismus und die Lebensqualität von den Hallstättern zu erhöhen. Denn unser Ort ist ja ein Juwel, wir haben alles, was der Mensch braucht: Wasser, Berge, gute Luft. – Siegrid Brager, Mitglied des Gemeinderats von der Bürgerliste für Hallstatt

Wie andere Städte mit „Overtourism“ umgehen und wie die Zukunft des Reisens aussehen könnten, darüber spricht detektor.fm-Moderatorin Bernadette Huber mit den detektor.fm-Redakteuren Frida Rømo und Johannes Rau.

Redaktion: Frida Rømo, Johannes Rau